Montmartre // Mühlen / Kunst / Wein

Moulin Rouge / Moulin de la Galette / Weinberg / Musée Montmartre / Flohmarkt / Sacré Coeur / Pigalle / Musée de l'Erotismé

Das ehemalige Dorf Montmartre auf der Butte (= Hügel) Montmartre, der mit rund 130 Metern höchsten Erhebung von Paris, umfasst den heutigen 18. Pariser Bezirk, in dem auch die umliegenden Dörfer Saint Chapelle und Clignancourt eingemeindet worden sind. Vor allem Ende 19. - Anfang 20. Jahrhundert war hier die Heimat vieler Literaten und bildender Künstler. Im ehemaligen Bateau-Lavoir, einem Holzhaus, das 1970 niederbrannte, malten und lebten Picasso (1904-1909), Modigliani, Juan Gris, Van Dongen u.a. in einfachsten Verhältnissen zur Untermiete.
Auch heute trifft man Künstler in Straßenlokalen, an den Ecken um und am Place du Tertre, die Ausschau halten nach zahlende Modelle für Porträts oder Karikaturen und Käufer für Ihre im Freien ausgestellten Werke unter den Touristen, für die das malerische Künstlerdorf mit seinen Cafés an sonnigen Plätzen eine typische Pariser - zum Klischee gewordene - Attraktion darstellt. 

 

Dorf der Mühlen und des Weines

Das Moulin Rouge und die Moulin de la Galette sind die auf dem Montmartre bekanntesten Hinweise auf einen einst mit Windmühlen übersäten Hügel. Bis zu 30 davon verarbeiteten das Getreide der umliegenden Felder. Das Moulin Rouge jedoch war schon von Beginn an ein Ballhaus am Boulevard Clichy gewesen, die Mühle eine Attrappe, von der nur noch die roten Flügel aus der Entstehungszeit um 1885 stammen. Der Vergnügungssaal, frequentiert u.a. von Graf Henri Toulous-Lautrec, der zwischen Place Pigalle und Place Blanche lebte und hier die Motive für seine Bilder fand, wurde von diesem vielfach verewigt.
Die Butte Montmartre war ein ehemaliges Weinbaudorf, von dem bis heute noch ein Weingarten erhalten blieb, der einzige von Paris. Die Weinlese wird jedes Jahr als "Fête de Vendanges" am ersten Samstag im Oktober ausführlich gefeiert - wohl etwas zeitversetzt und wahrscheinlich nicht mehr ganz so wie es Auguste Renoir in seinem Ölgemälde "Bal au Moulin de la Galette" (im Musée d'Orsay) mit einer Szene von im Freien tanzenden und sich amüsierenden Menschen am Montmartre darstellt. Beim alljährlichen Fest wird nicht nur der relativ teure Montmartre-Wein verkauft, dessen Erlös Bedürftigen zugute kommt, sondern es werden auch Weine aus allen anderen Regionen Frankreichs verkostet.

 

Musée Montmartre

Im Musée Montmartre im 18. Arrondissement  werden in einem kleinen alten Haus in der Rue Cortot anhand von Bildern, Fotos, Plakaten, Dokumenten, Möbeln und Gebrauchsgegenständen Geschichten und Biografien von KünstlerInnen dieses Viertels erzählt, die mit Ihren Bildern, der Musik, dem Theater, dem Zirkus und dem Kabarett im Dorf auf dem Pariser Hügel ein unvergessliches Lebensgefühl entstehen ließen, von dem für manche bis heute noch etwas zu spüren ist. Sicherlich kann das Montmartre-Viertel unter Mithilfe seines Museums als Anregung und Projektionsfläche für Fantasien über des Leben der Künstler und Bohemiens, der "wilden Pariser Jahre" bzw. der intellektuellen Kultur einer zum Großteil nicht begüterten Randgruppe am ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert dienen.

 

Flohmarkt Abbesses

An einem etwas grauen, leicht vernieselten Sonntagmorgen werden - wie an jedem anderen Wochenende - am Place des Abbesses vor der Kirche Saint-Jean l'Evangeliste Tische, Kojen und Ständer für Antiquitäten bzw. kuriosen Trödel und alte Dinge aufgebaut, die bis in den Abend hinein auf dem Flohmarkt verkauft werden. Auf diesem Platz, der hügelaufwärts nördlich der Metrostation Pigalle liegt, ist die Zeit etwas zurückgedreht. Hier finden sich Sammler und Liebhaber von alten Schallplatten, Möbel- und schrägen Kleidungsstücken oder stylisch witzigen Vintage-Look u.v.m. Mit der Metro 12 erreicht man den Place de Abbesses direkt und wird über eine der 86 originalen Art- Nouveau-Stationen von Hector Guimard vor einem der in Paris unverzichtbaren Karussells ausgespuckt. Flohmärkte in Paris

 

Basilika du Sacré Coeur

Der von der Architekturkritik stark zerzauste Sakralbau aus dem 19. Jahrhundert nach Entwürfen von Paul Abadie ist nichtsdestotrotz ein äußerst beliebtes Ziel für Paris-Besucher und Einheimische. Vom erhabenen Standort der weißen Wallfahrtskirche eröffnet sich einen überwältigenden Ausblick auf die Stadt, den man auch von ihrer Kuppel aus - nach dem Eiffelturm der höchste Punkt von Paris - genießen kann. An sonnigen, warmen Tagen herrscht reges Treiben auf den Treppen und grünen Terrassen zwischen den Serpentinen zur Kirche: ein Karussell zu ihren Füßen, Musik und Tanz hügelan. Die Basilika ist romanisch-byzantinisch inspiriert und birgt in ihrer Apsis ein riesiges Christus-Mosaik von Luc-Olivier Merson und Marcel Magne. Ähnlich dimensioniert ist die Glocke im 83 Meter hohen Nordturm. Mit fast 19 Tonnen ist sie eine der schwersten der Welt.

 

Pigalle & Erotikmuseum

Das Vergnügungsviertel Pigalle, "die große Mausefalle mitten in Paris", das Moulin Rouge, der gesamte Boulevard de Clichy mit seinen Sexshops, Clubs und Peep Shows sind die Indikatoren für das Pariser Nachtleben.
Seit 1997 gibt es das von einem Sammler erotischer Kunst eingerichtete Musée de l'Erotisme am Boulevard de Clichy, das permanente und Wechselausstellungen über Sex und Erotik präsentiert. www.parisinfo.de informiert wie folgt:


Es wurde in dem Museum anfangs der nicht sehr erfolgreiche Versuch gesehen, das zweifelhafte Image der Gegend am Pigalle etwas aufzubessern. Das Museum beschäftig sich mit der Erotik in den verschiedenen Kulturen und Zeitaltern unterschiedlichster Oeuvre. Rund 2000 Objekte beinhaltet der Fundus des Museums, Skulpturen, Gemälde, Grafiken und weitere Kunstobjekte aus Europa, Lateinamerika und Asien. Von sakraler bis profaner Kunst, afrikanischen Zeremonienmasken bis hin zu frühen Filmen Anfang des 20.Jh und Installationen.

 
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