Museen in Rom
Galleria Borghese
Kardinal Scipione Cafarelli-Borghese, ein begeisterter Kunstsammler und Neffe des Papstes Paul V., hatte 1604 Villa und Park als Sommerpalast erworben. Sigmund Freud schrieb am 21.9.1907 in einem Brief aus Rom: ... (die) Villa Borghese ist ein großer Park mit Schloss und Museum, der noch vor kurzem einem der römischen Fürsten gehört hat, jetzt aber Eigentum der Stadt und für alle zugänglich ist, denn der gute Fürst hat sich verspekuliert und musste alles für 3 Millionen Lire verkaufen. Spottbillig nebenbei; im Museum befindet sich so ziemlich der schönste Tizian, genannt "Himmlische und Irdische Liebe", für den die Amerikaner allein so viel gegeben hätten... Im Museum selbst sind nicht nur Antiken, sondern auch moderne Skulpturen , die Fürstin Paolina Borghese, bekanntlich eine Schwester von Napoleon... die Antiken sind alle ergänzt, was die Beurteilung sehr erschwert.
Fotografieren verboten.
Casa di Goethe
Das einzige deutsche Museum im Ausland befindet sich in der Via del Corso 18 und besteht aus den Räumlichkeiten, die Johann Wolfgang von Goethe im Zuge seiner Italien-Reise von 1786 bis 1788 in Rom bewohnte. Hier lebte er - großteils incognito - zusammen mit dem befreundeten Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein und anderen Künstlern. Die damals recht einfache Unterkunft und heutige Casa di Goethe besitzt eine eigene Sammlung von Graphiken, Zeichnungen, Autographen, Skulpturen und Gemälden. In den Wechselausstellungen werden oft deutsch-italienische Themen bis in die Gegenwart behandelt.
"Die Begierde, dieses Land zu sehen war überreif. Ich bin wie zu Hause."
J.W.von Goethe kam über den Brenner nach Italien. Zwischenstationen auf dem Weg nach Rom waren Bozen, der Gardasee, Vicenza (Palladios "Rotonda"), Padua (Fresken Mantegnas in der Eremitanikirche), über die Brenta nach Venedig, kurz in Ferrara, Certo, Bologna und Florenz. Rom war sein Ziel, nie wieder habe er sich so glücklich gefühlt wie dort. "Wasserleitungen, Bäder, Theater, Amphitheater, Rennbahn, Tempel! Und dann die Paläste der Kaiser, die Gräber der Großen - mit diesen Bildern habe ich meinen Geist genährt und gestärkt."(aus Goethes italienische Reise)
"Ich bemerkt wohl, dass Tischbein mich öfters aufmerksam betrachtete, und nun zeigt sichs, dass er mein Portrait zu malen gedenkt. Ich soll in Lebensgröße als Reisender, in einen weißen mantel gehüllt, in freier Luft, auf einem umgestürzten Obelisken sitzend, vorgestellt werden, die tief im Hintergrunde liegenden Ruinen der Campagna di Roma überschauend. Es gibt ein schönes Bild, nur zu groß für unsere nordischen Wohnungen."
Goethe über Rom: "Wer sich mit Ernst hier umsieht und Augen hat zu sehen, muss solid werden. Er muss einen Begriff von Solidität fassen, der nie so lebendig ward. Der Geist wird zur Tüchtigkeit gestempelt, gelangt zu einem Ernst ohne Trockenheit, zu einem gesetzten Wesen mit Freude. Mir wenigstens ist es, als wenn ich die Dinge dieser Welt nie so richtig geschätzt hätte als hier. Ich freue mich der gesegneten Folgen auf mein ganzes Leben."
















