Obelisken & Säulen

Auf vielen Plätzen Roms findet man ägyptische Obelisken, teilweise original - von römischen Kaisern und Feldherren als Siegeszeichen aus Ägypten mitgebracht - teilweise von diesen nachbauen lassen. Sie wurden an wichtigen Plätzen als kultische Monumente aufgebaut (im Circus, in / vor Heiligtümern). Während der Völkerwanderung verschwanden die meisten Obelisken buchstäblich im Erdboden und Schutt und wurden erst unter den Päpsten des Spätmittelalters, der Renaissance und des Barock wiederentdeckt, ausgegraben und aufgestellt - wobei die Spitze, das Pyramidion, mit einem Kreuz versehen wurde. Die Obelisken tragen meist einen eigenen Namen und markieren wie nadelspitze Pfeiler bestimmte Plätze in der Stadt. Ihre Position wurde genau geplant, z.B. für den Obelisken am Petersplatz wurde eigens dafür eine Kongregation einberufen. In vielen Fällen dienten sie den Pilgern als Orientierungspunkte.

 

"L'aguglia" / Piazza San Pietro

"Die Nadel", dieser unbeschriftete Obelisk auf dem Petersplatz, ist 25m hoch. Er wurde 37 n.Chr. im Neronischen Circus am Vatikanischen Hügel aufgestellt. Sixtus  V. ließ den Obelisken durch den Architekten Domenico Fontana an die heutige Position versetzen. Eine Prozedur, die vier Monate Zeit und 900 Arbeitskräfte in Anspruch nahm. Papst Alexander VII. Chigi ließ sein Familienwappen an der Spitze des Obelisken anbringen.

 

"Minerveo" / Piazza della Minerva

Der aus rotem Granit gehauene Obelisk vor der Kirche Santa Maria Sopra Minerva stammt ursprünglich aus der ägyptischen Stadt Sais. Er ist mit 5,47 Metern der kleinste in Rom und steht auf dem Rücken eines von Bernini entworfenen und von Ercole Farrata geschaffenen Elefanten. Papst Alexander VII. Chigi ließ ihn an seinem heutigen Standort aufstellen. Die Inschrift auf dem Sockel lautet sinngemäß, er Elefant zeige, dass es eines robusten Geistes bedürfe, um eine solide Weisheit auszuhalten.

 

"Solare" / Piazza Montecitorio

Der Obelisk zählt mit 21 Meter zu den größeren; er wurde im 6.Jh. v.Chr. in Ägypten geschaffen, von Augustus nach Rom gebracht und auf dem Marsfeld aufgestellt, wo er als Zeiger einer riesigen Sonnenuhr fungierte; unter den Päpsten Bendikt XIV. 1748 gefunden und unter Pius VI. 1792 restauriert und auf der Piazza aufstellen lassen, vor dem heutigen Parlament auf der Piazza Montecitorio. Von den Hieroglyphen sind einige Namen von ägyptischen Königen entziffert worden

"Sallustiano" / Trinità dei monte

Oberhalb der Treppe und vor der Kirche Trinità dei Monte befindet sich der Obelisk Sallustiano. Bei ihm handelt es sich um eine Kopie des Obelisken auf der Piazza Montecitorio. Er wurde in Ägypten hergestellt jedoch erst in Rom mit Hiero glyphen versehen.  Nachdem er an verschiedenen Plätzen stand und lag (in mehrere Teile zerbrochen), wurde er 1789 auf dem zu der Zeit zwischen dem französischen König (der die spanische Treppe erbauen ließ und an deren Ende ein Reiterstandbild plante) und Papst Pius IV. umstrittenen Platz letztendlich nach Wunsch des Papstes vor der Kirche aufgestellt.

"Agonalis" / Piazza Navona

Der "Agonalis" ragt aus der Mitte des Vier-Ströme-Brunnens von Gianlorenzo Bernini

 

"Flaminio" / Piazza del Popolo

36 Meter, zweithöchste Obelisk Roms, im Zentrum eines Brunnens umgeben von vier Löwen in ägyptischem Stil. Kaiser Augustus brachte ihn um 10 v.Chr. aus Ägypten nach Rom und ließ ihn im Circus Maximus aufstellen. Später war der Obelisk verschüttet, vergessen, wiederentdeckt. Papst Sixtus V. ließ ihn vom Architekten Domenico Fontana auf der Piazza del Popolo platzieren.

 

Piazza Rotonda

Der aus Ägypten stammende Obelisk stand ursprünglich im Heiligtum der Isis, das Kaiser Domitian errichten ließ, war später für einige Jahrhundert verschüttet und wurde nach seiner Entdeckung 1711 von Papst Klemens XI. auf der Piazza Rotonda auf dem Brunnen vor dem Pantheon aufgestellt.

 

"Lateranense" / Piazza San Giovanni in Laterano

Der höchste Obelisk Roms mit etwas mehr als 32 Metern und stammt aus dem Ägypten des 2. Jahrtausends v.Chr. Ursprünglicher Plan des Kaisers Konstantin I. war es, ihn in Konstantinopel aufzustellen. Als er 337 verstarb, blieb der Obelisk mit Hieroglyphen-Inschriften zunächst in Alexandria. Sein Sohn ließ ihn später mit einem riesigen extra für den Transport konzipierten Schiff nach Rom bringen und im Circus Maximus aufstellen. Nach einem Erdbeben fiel er um und in einige Teile, die verschüttet wurden. Sixtus V. ließ ihn ausgraben und 1588 von Domenico Fontana restaurieren und vor dem Lateranspalast aufstellen.

"Esquilino" / Piazza dell'Esquilino

Der Obelisk auf dem Platz an der Rückseite der Kirche Santa Maria Maggiore wurde unter Papst Leo X. 1519 ausgegraben und erst 1587 unter Sixtus V. auf der Piazza dell'Esquilino als Wegweiser für die aus dem Norden kommenden Pilger aufgestellt. Als Pendent zum Obelisken am Quirinal hat er wie dieser keine Inschriften.

Piazza del QUirinale

Der namen- und inschriftenlose, 14,8 Meter hohe Obelisk - wahrscheinlich die Kopie eines ägyptischen Obelisken wurde 1786 durch Papst Pius VI. auf dem Dioskurenbrunnen vor dem Qiurinalspalast aufgestellt.

 
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