Roma Antiqua - Antikes Rom
Kolosseum / Colosseo
Die wahrscheinlich beeindruckendste Ruine der Welt, mit den lateinischen Namen Amphitheatrum Novum oder Amphitheatrum Flavium, wurde zwischen 72 und 80 n. Chr. von 12000 Gefangenen erbaut. Der Bau des größten antiken Amphitheater Roms und darüberhinaus des größten geschlossenen Baus der römischen Antike überhaupt - mit 80000 Sitzplätze und weitere 20000 Stehplätze auf der oberen Terrasse - wurde von Kaiser Vespasian (9-79 n.Chr.) initiiert und unter seinen Söhnen Domitian und Titus fertiggestellt (Bauzeit von 72-80 n.Chr.). Der heute ausgehöhlter Koloss, dessen Ziegel tonnenweise für einige Paläste späterer Zeit verwendet wurden und dessen "Innereien" von den Archäologen dermaßen gründlich freigelegt und anschließend offen gelassen wurde, so dass man heute in den Keller, mit den Käfigen der Tiere und Räumlichkeiten der Gladiatoren sehen kann, ist zum Wahrzeichen Roms geworden.
Die grausamen Kämpfe zwischen Gladiatoren untereinander und Galdiatoren gegen Raubtiere hielten die Massen des Volkes bei Laune, das vom Kaiser am ehesten durch Brot und Spiele "pane et circensibus" "gefügig" gemacht werden konnte. Die Eröffnung des Kolosseum dauerte 100 Tage. 10.000 Gladiatoren und Tausende Tieren kamen zum Einsatz, bzw. wurden "verschlissen".
Gladiatoren
waren Freiwillige, Sklaven, Verbrecher oder zum Tode Verurteilte, die im Zuge von Kämpfen und Tierhetzen im Kolosseum hingerichtet wurden, da sie ohne Waffen antreten mussten. Unter den Gladiatoren - als Schwertkämpfer mit einem "gladius"= dem Schwert, Netzkämpfer mit Wurfnetz, Dreizack und Dolch oder andere Typen von Galdiatoren mit Bogen, Lanzen bewaffnet, auf einem Pferd, in verschiedenen Rüstungen, mit und ohne Helm, auch blind antraten - erlangten mache Berühmtheit auf Grund ihrer Fähigkeiten und der Darbietung eines sensationellen Kampfes, der das Publikum begeistern konnte.
"Ave Caesar, morituri te salutant!"
"Die Todgeweihten grüßen dich, oh Cäsar!"
Jules Michelet, französischer Historiker, 1798-1874, schrieb 1831 im Artikel "Kampf der Gladiatoren": ...Was tun sie? Sie spielen das Spiel des Todes, sie lehren Ihre Meister wie man stirbt: die Kaiser, die so nah dem Dolch oder dem Gift sind, die Senatoren, die so nahe daran sind, vom Kaiser verurteilt zu werden. ... So waren die Todeskämpfe, denen zuzusehen heute keiner von uns ertragen könnte...
Arten der Galdiatorenkämpfe
Galdiator gegen Tier / Tier gegen Tier / Galdiator gegen Gladiator / Seeschlachten
J.W. von Goethe (1749-1832), der viele Monate in Rom verbrachte, war vor allem von der immensen Größe des Kolosseums beeindruckt. Eingedenk seines Zweckes schrieb er kurz vor seinem Abschied aus Rom: "...Als ich aber den erhabenen Resten des Koliseums mich näherte und in dessen verschlossenes Innere durch Gitter hineinsah, darf ich nicht leugnen, dass mich ein Schauer überfiel und meine Rückkehr beschleunigte."
Schriftsteller, Korrespondent und Rom-Kenner Eckart Peterich (1900-1968) formuliert dieses Unbehagen deutlicher, in dem er den Ort als einen beschreibt: "... wo so viele Menschen so vielen anderen Menschen so Entsetzliches angetan haben, und zwar ohne jeden Sinn, vielmehr aus der reinen Freude an der Grausamkeit, am Blutvergießen. Was von allen Arenen gilt, die die Römer gebaut haben, das gilt zehnfach, hundertfach vom Kolosseum: es ist ein Höllentrichter." Literatur
Forum Romanum
Basilika Aemilia
Maxentius Basilika
Saturn-Tempel
Vesta-Tempel
Dioskurentempel / Kastor & Pollux
Concordia-Tempel
Tempel des Antonius und der Faustina / San Lorenzo in Miranda
Tempel des Juppiter Stator / SS. Cosmas e Damiano
Curia Julia
Titus-Bogen
Bogen des Septimus Severus
Phokas-Säule
Kaiser Foren / Kaiserfora
Die Kaiserforen sind eine Reihe von Erweiterungen des Forum Romanum, die gegen Ende der römischen Republik und in der frühen Kaiserzeit vorgenommen und nach ihren Erbauern benannt wurden.
Caesarforum / Forum Iulium
Augustusforum
Nerva-Forum oder Transitorium
Trajansforum
Forum des Vespasian
Palatin
Der Mons Palatinus ist neben den Hügeln Kapitol, Esquilin, Viminal, Quirinal, Aventin und Caelius einer der sieben Hügel auf denen Rom entstanden ist. Der Palatin ist jener Hügel auf dem die ältesten archäologischen Reste von Siedlungen aus dem 10 Jh. v. Chr. gefunden wurden. Auf ihm gründete Romulus einen Teil der Stadt. Nach dem Sieg über seinen Zwillingsbruder Remus wurde der Palatin alleiniges Zentrum der Stadt. Im 3. und 2. Jh. vor Chr. wurden auf dem Palatin Tempel erbaut. Seit Ende des 2. Jh.v.Chr. war der Hügel Wohngegend adeliger und reicher Römer, in der Kaiserzeit wurde er zur Residenz von Augustus und in Folge von weiteren Römischen Kaisern.
Emil Zola, beschreibt 1896 in seinem Roman "Rom" den Palatin u.a. wie folgt: ... Außerdem ist nicht eine Mauer ganz. Man sieht nur hervorschauende Fundamente, verstümmelte Grundmauern, die am Boden den Plan des Gebäudes bezeichnen. Die einzige wie durch ein Wunder erhaltene Ruine ist das Haus, das man für das der Julia ausgibt. Es nimmt sich neben den ungeheuren, benachbarten Palästen ganz klein aus, und drei Säle mit ihren Wandmalereien, Blumen und Früchten von seltsamer Frische sind noch unversehrt. Was das Haus des Tiberius betrifft, so ist kein Stein davon sichtbar. ... Diese ganze, die Stadt beherrschende Höhe bot also nichts als kaum kenntliche Spuren ... und mit einigen Mauerstücken bestreute Flächen und es bedurfte der Anstrengung einer Gelehrtenfantasie, um die antike kaiserliche Pracht wiedererstehen zu lassen, die hier geherrscht hatte.
Pantheon / Piazza della Rotonda
Das "Heiligtum aller Götter" mit der größten Kuppel der Welt - das am besten erhaltene Bauwerk der Antike - ließ Kaiser Hadrian 118-125 n.Chr. auf einem zw. 27-25 v.Chr. vom römischen Feldherrn Agrippa errichteten und später zwei Mal abgebrannten Tempel erbauen.
Obwohl Hadrian den ursprünglichen Bau vollkommen veränderte, ließ er in der Inschrift auf dem Architrav über dem Eingang auf den ersten Erbauer hinweisen: M(arcus) Agrippa L(uci) f(ilius) co(n)s(ul) tertius fecit / übersetzt: Marcus Agrippa, Sohn des Lucius, Consul zum dritten Mal, hat (den Tempel) errichtet.
609 n.Chr. wurde der Tempel von Papst Bonifatius IV. zur Kirche Sancta Maria ad Martyres geweiht (Grundlage des Allerheiligen-Feiertages). Es ist Grabstätte italienischer Könige und Künstler (u.a.: Viktor Emanuel II., Umberto I., Raffaelo Santi, Annibale Caracci)- und bis heute Vorbild in der Kunst des Kuppelbaus der westlichen Welt.
Baudetails
Pronaos
Vorhalle, Fassade mit rechteckigem Vorbau und Säulenhalle, 33,1m breit, 15,5m tief; 8 monolithische (ägyptischer Granit) Säulen mit korinthischen Kapitellen und Basen aus Marmor bilden die Frontansicht, dahinter gibt es weitere Säulen, die quasi 3 Schiffe bilden, wobei das breite, mittlere zum Eingang und die beiden links und rechts davon zu Nischen, in denen ursprünglich die Statuen des Agrippa und des Augustus standen, führen;
Kuppel
entspricht einer Halbkugel mit 43,3m Durchmesser. Sie wurde zuerst als Holzschalen-Konstruktion gebaut und anschließend in einem Stück in Zement gegossen. Im Inneren verlaufen in 5 konzentrischen Kreisen je 28 Kassetten, die sich zum "Oculus", einer Lichtöffnung mit 9m Durchmesser, hin verkleinern. Die Höhe der Kuppel beträgt 30,40m.
Runder Zentralbau
Die Maße des Raumes sind so gehalten, dass die zweite Hälfte der Kugel in den Zentralbau hinein passen würden. Das ganze Pantheon ist also um eine Kugel herum gebaut. Sechs Meter dicke aufstrebende Mauern, die mit Entlastungsbögen und Gewölben durchzogen sind, tragen das Gewicht der Kuppel.


























