Die Manga / die Mangas

die "zwanglosen, ungezügelten Bilder"

... ist der japanische Begriff für Comics. Außerhalb von Japan steht die "Manga" im fach- wissenschaftlichen Sinne ausschließlich für aus Japan stammende Comics, anderweitig wird er aber auch zur Bezeichnung von nichtjapanischen Comics im Manga-Stil verwendet. Ähnlich wie der westliche Begriff ,Comic‘ ist auch ,Manga‘ in seiner Bedeutung eher unscharf und schließt neben statischen Bildergeschichten, kurzen Comic Strips und Karikaturen zum Beispiel auch Zeichentrickfilme mit ein. Um sie besser von Comics in Buchform unterscheiden zu können, hat sich für japanische Zeichentrickfilme jedoch weltweit die Verwendung des Fachwortes Anime durchgesetzt. (Definition: wikipedia)
Da das Manga-Zeichnen nicht zwingend Gegenstand des Kunstunterrichtes ist, ist mir selbst bis dato nicht in den Sinn gekommen, dieses klare, strenge Korsett an Regeln für Stil-Details in der Darstellung von Menschen zu nutzen / vermitteln. Als nun ein Schüler ausgewichen ist - ins Wochenende, um die Manga-Zeichen-Regeln in einem Kurs zu erlernen - wuchs das Interesse bei seinen MitschülerInnen, so dass Manga-Zeichnen in Form einer "Gastvorlesung" doch ins Programm aufgenommen wurde.

 

Kursleitung

Gastprofessor Fabian H., 11 Jahre, hat erst vor kurzem selbst Unterricht bei einer japanischen Manga-Künstlerin genommen und am 4.+11.3.2011 seine neuesten Erkenntnisse und Fähigkeiten in der Klasse 2G vorgestellt. Bereits in der ersten Kurs-Einheit hat er es geschafft, den SchülerInnen mit großer Geduld und offen für deren interessierte Zwischenfragen die wesentlichen Stilelemente von Mangas so zu erklären bzw. an der Tafel auf- und vorzuzeichnen, dass die Klasse in der Lage war, die typischen Manga-Köpfe mit unterschiedlicher Mimik zu zeichnen.

 

Manga Rules / Standard

0. BLEISTIFT = für den Entwurf / TUSCHE = fürs Nachziehen / keine Farben = SW

1. KOPF: Kreis mit Zirkel oder Hand > mit Kreuz den Kreis vierteln

2. AUGEN: oberer größerer Halbbogen, unterer etwas kleinerer Halbbogen (nicht miteinander verbinden) auf der Mittellinie (Kreuz) pro Auge platzieren; in jedem Auge werden links unten kleine weiße Kreise freigelassen (=Glanzlichter); Pupille in der Mitte des Auges = schwarz; unterhalb des Oberlids, oberhalb der Pupille = Schatten durch Schraffur; Wimpern: im Augenwinkel bei beiden 3-5 Stück (nur bei Frauen; Männer haben keine Wimpern); Augenbrauen: über jedem Auge ein größerer Halbbogen als das Oberlid, der in der Mitte etwas breiter ist und zum Rand hin schmäler;

3. NASE: von der Mittellinie ausgehender senkrechter Strich mit regenschirm-förmigen Griff oben; unten am Stockende wird eine kleine u-förmige Linie gezeichnet

4. MUND: waagrechter Strich, u-förmiger Bogen unterhalb

5. OHREN: Halbkreis auf jeder Seite in Augenhöhe

6. KOPFFORM innerhalb des Kreises präzisieren (Mann breit, Frau schmal)

7. HAARE: keine einzelnen Haare, sondern Schopf zeichnen; Scheitel bei der senkrechten Mittellinie: von dieser gehen 2-3 Strähnen nach links und rechts

 
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