"Glockenspiel Salzburg" / Videodokumentation

Produktion

Kamera / Schnitt / Text ....... Erna Sterneck

Schnitt / Ton / Nachbearbeitung ........ Alexander Weiß

Sprecherin ..........Heilwig Pfanzelter

In Zusammenarbeit mit

Restaurierung...............Mag. Elisabeth Krebs

Salzburg Museum............Dr. Erich Marx

Bundesdenkmalamt............Mag. Gerd Pichler

Dauer

27 Minuten

Anfrage

Alle Rechte / Salzburg Museum

Youtube

Ausschnitt erscheint in Kürze

 

Salzburger Glockenspiel / Neue Residenz

Videodokumention über die Restaurierung eines Wahrzeichens

Der Bau der Neuen Residenz in Salzburg wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts vom damaligen Fürsterzbischof Wolfdietrich von Raitenau veranlasst. Zwei weitere Erzbischöfe zeichneten für die Errichtung zusätzlicher Trakte verantwortlich. Erzbischof Johann Ernst Thun schließlich ließ die Arkaden errichten und veranlasste die Aufstockung des Glockenturms, um darin das bis heute historisch einzigartige - barocke - Salzburger Glockenspiel zu installieren.

Auf den beiden Stichen (1704) von Christoph Lederwasch sind die Neue Residenz mit dem Glockenturm und dem Brunnen auf dem Residenzplatz sowie das mechanische Werk des Glockenspiels zu sehen. Bilder zum Vergrößern anklicken

Von Ende 2008 bis Anfang 2011 ist das Glockenspiel nicht mehr über der Altstadt von Salzburg zu vernehmen gewesen. Im Dezember 2008 wurden die 35 Glocken mit einem Gewicht bis zu 380 kg demontiert und nach Wien transportiert, wo sie in der Werkstätte der Metall-Restauratorin Mag. Elisabeth Krebs restauriert um im September 2009 wieder im Glockenturm der Salzburger Residenz montiert zu werden. Erstmals nach der vollständigen Restaurierung - auch das gesamte übrige Spielwerk durfte den Weg nach Wien antreten - war das Salzburger Glockenspiel nach einer mehr als 2jähriger Restaurierung am 28.1.2011 zu hören. Ab nun erklingt es wieder täglich 3x: um 7 Uhr, um 11 Uhr und um 18 Uhr.

 

 

Was ist das Salzburger Glockenspiel?

Zusammenfassung des Interviews mit Mag.Gerd Pichler, BDA, Wien

Das Salzburger Glockenspiel ist ein UNIKAT
Es ist ein Denkmal, ein historisches Spielwerk, ein Musikautomat, ein Selbstspieler, ein Idiophon. Es ist eine Apparatur mit einem komplizierten Mechanismus aus Rädern, Lagern, Scheiben, Federn, Stangen, Wellen, Schrauben, etc., das 4/4 und 3/4-Takt, Achtel und Sechzehntel Noten für jeweils eigens gesetzte Melodien durch das Zusammenspiel einer übermannsgroßen Messing-Spielwalze mit 7970 Löchern und 35 unterschiedlichen Glocken mit Doppelhämmern möglich macht.

Was ist das SZGSP nicht?
Es ist kein Musikinstrument, weil es die erforderliche Einrichtung einer manuellen Spielmöglichkeit für tonkünstlerischen Vorführungen nicht beinhaltet.

Das SZGSP ist der einzige Musikautomat aus der Barockzeit und zwar österreichweit.
Auf Grund des Alters (rund 300 Jahre) und der kulturellen Einzigartigkeit des Denkmals wird die Generalsanierung - sowohl Demontage, Abtransport, die Aufstellung der dafür nötigen Plattform auf dem Turm, ebenso wie alle nachfolgenden Restaurierungschritte und die Montage - bis ins Detail mit dem BDA (Bundesdenkmalamt) abgestimmt.

Der Garant für den Erhalt eines Denkmals ist seine Nutzung
Diese wurde beim Glockenspiel sichergestellt. Die spezielle Tonqualität ist eine typische, historisch Eigenart des Salzburger Glockenspieles, die eher im komplizierten Übertragungsmechanismus begründet liegt, als an den Glocken selbst, denn die Stimmlage der Glocken an sich ist nicht zu ändern. Daher war auch nicht angestrebt, die historischen Glocken auszulagern und damit der eigentlichen Zweckwidmung und Nutzung zu entziehen - um stattdessen neugegossene Glocken zu montieren. Das würde dem Totalverlust historischer Substanz gleichkommen.

Salzburg hat an sich eine seltene Fülle an Musikautomaten
in Form von baugebundenen Klangdenkmalen, was einen besondernen Reiz für DenkmalpflegerInnen ausmacht: der Salzburger Stier, das mechanische Theater in Hellbrunn, Orgelspielwerk bzw Musikautomat aus dem Jahr 1756, eine Orgel aus dem 20 Jh. an der Fassade des Festspielhauses. Nicht zuletzt gehört das Glockenspiel als verehrungswürdige Antiquität und geschichtliches Denkmal sowie als Fremdenverkehrsattraktion mit seinem charakteristischen Klang nicht nur zu den Sehenswürdigkeiten, sondern auch zu den Merkwürdigkeiten der Stadt.

 
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