Restaurierung / Wien / Schönbrunn
Das Vieux-Laque Zimmer
Das mit chinesischen Lacktafeln ausgestattete Vieux-Laque Zimmer im Schloss Schönbrunn war ursprünglich das Arbeitszimmer von Maria Theresias Gemahl, Franz Stefan I. von Lothringen. Nach dessen überraschendem Tod 1765 widmete es die Kaiserin in einen Gedächtnisraum um.
Panorama-Ansicht des Vieux-Laque-Zimmers in Schloss Schönbrunn.
Youtube Ausschnitt (7:53 min) zur Video-Dokumentation über die Restaurierung der Lacktafeln.
Schadensbild
Die Lackmalereien stammen von großen Paravents, die in chinesischen Palästen die Räume teilten. In Wien wurden diese Paravents zerlegt und parallel zur Bildfläche auseinandergesägt, um Vorder- und Rückseite - meist ohne besondere Berücksichtigung der Motivik - für die Wandtafeln in Franz Stefans Arbeitszimmer weiter verarbeiten zu können. Das bewirkte jedoch Folgeschäden, wie die Spaltungen der Tafeln, da es zu einer Spannung zwischen den Lackpanelen und dem Untergrund aus Nussholz bzw. der Fassungen kam. Zusätzlich entstanden durch Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen Risse in der Lackoberfläche. Ebenso wurde im Zuge der Restaurierung den mattgewordenen Gold- und Lackmalereien der ursprüngliche Glanz zurückgegeben.
Restaurierungsverlauf
Die 3 Jahre dauernde Restaurierung unter der Leitung der Expertin für ostasiatische Lackmalereien Silvia Miklin-Kniefacz war 2005 abgeschlossen. 138 größere und 84 kleine Tafeln der Wände, Türfüllungen und Supraporten wurden nacheinander abmontiert, restauriert und wieder eingefügt. Seit 1872, als Schloss Schönbrunn für die Weltausstellung herausgeputzt wurde, fand keine so umfassende Restaurierung des Vieux-Laque Zimmers mehr statt.
Bildmotive
Die Chinesen gelten als die frühesten und besten Landschaftsmaler der Welt: realistisch und fantastisch malen sie Seen, Felsen, Pavillons und Berge auf denen Heilige und Genien ruhen. Weitere Motive sind Paläste, Jagd- und Alltagsszenen der chinesischen Adelsschicht mit ihrer Dienerschaft, Tier-, Früchte- und Blumenmotive mit der ihnen innewohnenden Symbolik für Glück und Reichtum oder Vergänglichkeit und Unsterblichkeit.
Restaurierung ostasiatischer Lackarbeiten
Mag. Silvia Miklin-Kniefacz, Leitung
Behruz Bahadoori
Constantin Costache
Paula Kröpfl
Monika Ordelt
Hanna Schimek
Restaurierung europäischer Lackarbeiten
Mag. Peter Kopp, Leitung
Sarah Picchi
Mag. Irene Rützler
Holzrestaurierung und Montage
Stefan Kainz, Leitung
Ursula Huber
Barbara Molnár
Vergoldungen
Karl Kratochwill, Leitung
Brigitte Desalla
Maria Kratochwill
Wissenschaftliche Beratung
Dr. Elfriede Iby
Dr. Jorinde Ebert
Fotodokumentation
Mag. Thomas Schauper
Recherche und Dokumentation
Dr. Richard Miklin
Musik
Katharina Klement
Hiroshima Koto Blues
Sprecher
Robert Reinagl
Kamera / Schnitt / Text / Ton
WEB ES Videodokumentation 2005
Dauer
29:31 Minuten













