Weinviertel / Kellergassen
Pulkautal
Sanfte Hügel über weite, ebene Flächen,... Frühling im Weinviertel, im kargen Niemandsland an der Grenze zu Tschechien: Wiesen, Felder mit wogender Wintergerste, Hafer, blühende Reben in den Weingärten, die Blüten und der Duft von Flieder, "falschen" Akazien, Hollunder und Hagebutten, brachliegende Wiesen und Unkrautraine, aus denen die Feldhasen ihre Löffel strecken; kräftige Farben, Grün- und Ockertöne;
Fasane und Rebühner queren Hohlwege und Straßen, die ihnen, ebenso wie den Hasen, manchmal zum Verhängnis werden. Im Dorf führen die "Hintauswege" in den Obstgarten und zu den ausladenden Scheunen. Weiter "hintaus", also außerhalb des Dorfes liegen die Kellergassen, die Kellertriften und Kellerberge, mit ihren meist weißgekalkten Kellerabgängen und Presshäusern.
Diese links und rechts eines Weges angelegten Gebäude, die dem Wein, also dem Keltern, Lagern und seiner Verkostung gewidmet sind, umgeben von Nussbäumen, Linden, Akazien, Flieder, Holler und Schlingholz, erscheinen auf den ersten Blick einander sehr ähnlich und auch schmucklos, auf den zweiten aber voller feiner Abweichungen und Details, die mit die Geschichte vom Weinbau erzählen.
Aus kultur-historischer Perspektive betrachtet ist das Weinviertel zutiefst von Glauben und Aberglauben sowie vom Kampf gegen Naturgewalten und als Schauplatz von Schlachten - in der Literatur ist auch die Bezeichnung "Blutland" erwähnt - und Kriegen zwischen den Mächtigen geprägt. Unzählige Funde - manche bis heute nicht ganz enträtselt - und Zeugnisse von Handwerk, Architektur, Bildhauerei und Malerei von der Prähistorie bis in die jüngere Geschichte präsentieren dieses 4200 Quadratkilometer große sog. "Viertel unter dem Manhartsberg", wie es seit 1254 genannt wird, als ein Land der Kreisgräben, Schanzen, Wallanlagen und Erdställe, der Raubritterburgen und Wehrkirchen, mit Schwedentisch und Franzosenkreuzen, ein Bauernland mit Pestsäulen und Cholerakrankenhaus, wunderwirkenden Quellen, und heilkräftigem Abrieb aus Schalensteinen, unzähligen zum Gedenken und aus Dank errichteten Marterl, unheilabwehrenden Bildstöcken, hier eine Pietà, dort ihre Variationen: die Gnadenstuhl-Dreifaltigkeit oder die Gottvater-Pietà; zahlreiche Kirchen, Karner, Kapellen, Ruinen und Festungen, Burgen und Schlösser, in Summe als Ausdruck sowohl von großen Herausforderungen als auch deren Bewältigung durch die hier lebende Bevölkerung;
Weinviertel / Mundart
Eine unverkennbare - durch die stetige Änderungen in Sprachgebrauch und Dialekt immer seltener zu vernehmende - Besonderheit der Pulkautaler / Weinviertler Mundart ist die Verwendung der Diphthonge "ui" und - etwas seltener - "oi".
Laut Weinviertler Dialektlexikon tritt er vereinzelt auch noch in Südmähren und im Burgenland auf.
Der ui-Zwielaut kommt beispielsweise bei folgenden Wörtern vor:
genug | Bub | tut | gut | Mutter | Kuh | Bruder | Futter | muss | Ruhe | Blut |
gmui | bui | tuid | guid | Muida | Kui | Bruida | Fuida | muiss | Rui | Bluid |
Niederösterreich / Weinviertel
Orte / Gemeinden / Städte
Alberndorf . Asparn an der Zaya . Diepolz . Eggenburg . Enzersdorf im Thale . Ernstbrunn . Falkenstein . Gaiselberg . Gettsdorf . Großharras . Großkrut . Großmugl . Großweikersdorf . Guntersdorf . Hadres . Haselbach . Haugsdorf . Herrnbaumgarten . Herzogbirbaum . Kleinwetzdorf . Klement . Laa / Thaya . Leodagger . Mailberg . Michelstetten . Mitterretzbach . Niedersulz . Oberleis . Oberstinkenbrunn . Obritz . Palterndorf . Poysdorf . Pulkau . Retz . Rohrendorf . Röschitz . Schöngrabern . Schrattenthal . Seefeld-Großkadolz . Simonsfeld . Sitzendorf . Steinabrunn . Stillfried . Stockerau . Untermarkersdorf . Unterstinkenbrunn . Wildendürnbach . Wullersdorf . Zellerndorf . Zistersdorf . Zwingendorf (Liste nicht vollständig)
Hinweis
Einige Inhalte der folgenden privaten Weinviertel-Website sind z.T. Quellen entnommen, die unter Literatur aufgelistet sind. Weitere Links, die im Text angeführt sind, verweisen auf Informationen im Web rund ums Weinviertel.



